Grüner Strom

Seit der Unfallserie im japanischen Atomkraftwerk Fukushima im März 2011 wechseln immer mehr Menschen zu Öko-Strom. Da fast alle Stromversorger Öko-Strom anbieten, ist die Entscheidung schwierig. Hilfe bieten ein Blick auf die übrigen Tarife des Anbieters sowie unabhängige Gütesiegel.

Vor einem Jahr beschloss Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie. Doch der Ausbau von Windparks kommt nur schleppend voran.; Foto: BMU/Thomas HärtrichÖko-Strom ist kein geschützter Begriff.

In Abgrenzung zu aus Kohle, Erdöl und Kernkraft erzeugtem Strom wird der Begriff allgemein für Elektrizität, die aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird, verwendet. Dazu zählen vor allem Wasser, Wind, Sonne und Biomasse.

In Deutschland gibt es kein separates Stromnetz für Öko-Strom. Alle Stromarten werden in das gleiche Netz eingespeist. 

 

 

 

Durch die Entscheidung für Öko-Strom verändert sich aber die Zusammensetzung des Stroms.

In 2011 lag der Öko-Stromanteil in Deutschland bei 19,6 % (2010: 16,4 %). Braun- und Steinkohle bleiben weiterhin die Hauptlieferanten (43,3 %). Der Anteil der Kernenergie ist mit 17,7 % in 2011 gegenüber 22,4 % im Vorjahr rückläufig. 13,6 % der insgesamt erzeugten Elektrizität stammte aus Gaskraftwerken (Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Dezember 2011).

Im Nachbarland Österreich wird aufgrund der günstigen topografischen Lage rund 75 % der erzeugten Elektrizität aus regenerierbaren Energien, vor allem Wasserkraft und Biomasse, gewonnen (Quelle: Österreichisches Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend).

 

Der Öko-Stromlieferant LichtBlick unterstützt eine lokale Umweltorganisation beim Schutz des Bergregenwaldes in Ecuador; Foto: LichtBlick/PR A. Hasselmann

Bei der Auswahl des neuen Stromanbieters sollte man darauf achten, dass ausschließlich umweltfreundlich produzierter Strom angeboten wird. 

Echte Öko-Stromhersteller, die keine Tarife mit Strom aus herkömmlichen Quellen anbieten, sind in Deutschland die Lichtblick AG, Greenpeace Energy, Naturstrom sowie die Elektrizitätswerke Schönau. In Österreich die oekostrom AG sowie die Alpen-Adria-Energy AG.

 

 

 

Gütesiegel helfen bei der Auswahl des Öko-Strom-Anbieters; Foto: ok-Power-Label/PR

Aktuell gibt es in Deutschland zwei vertrauenswürdige Gütesiegel für Öko-Strom: das Grüner Strom Label und das ok-Power-Label.

Bei TÜV-Siegeln und RECS-Zertifikaten ist lt. Stiftung Warentest Vorsicht geboten.

Sowohl beim TÜV Nord als auch beim TÜV Süd (Label UE01 und UE02) dürfen z.B. bis zu 50 % des Stroms aus umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen (vor allem Erdgas).

 

 

Beim europaweiten RECS-Handel (Renewable Energy Certificate System) wird die Ware Strom in zwei Komponenten geteilt: den tatsächlich produzierten Strom und einen virtuellen Strom in Form von RECS-Zertifikaten.

Wo dieses Siegel drauf steht, steckt garantiert grüner Strom drin; Foto: Grüner-Strom-Label/PRFür jede erzeugte Megawattstunde Strom erhält jeder RECS-registrierte Stromhersteller ein auf dem Strommarkt verkäufliches RECS-Zertifikat.

Herkömmliche Energieerzeuger kaufen die Menge RECS-Zertifikate, die dem Stromverbrauch ihrer Öko-Stromkunden entsprechen und deklarieren so ihren Kohle- und Atomstrom in Öko-Strom um. Im Gegenzug muss der umweltfreundliche Stromhersteller nach dem Verkauf die gleiche Menge Strom in "schmutzigen" Strom umetikettieren.

Das ok-Power-Label lässt den Handel mit RECS-Zertifikaten zu, das Grüner Strom Label hingegen nicht. Die Elektrizitätswerke Schönau und Greenpeace Energy haben sich deshalb nicht mit dem ok-Power-Label auszeichnen lassen, obwohl sie alle Auflagen erfüllen.

 

Energiesparen und der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen stehen an vorderster Stelle beim Klimaschutz; Foto: BMU/Bernd MüllerNeben der Herkunft des Stroms sollte der Öko-Stromanbieter den Bau neuer, umweltfreundlicher Erzeugungsanlagen fördern.

Die Bundesregierung hat sich für die Stärkung von Öko-Strom ausgesprochen, allerdings fehlt es an konkreten Plänen für eine flächendeckende Umsetzung.

Für private Haushalte existieren Förderprogramme, Häuser mit Solaranlagen auf den Dächern auszustatten (Erneuerbare Energien-Gesetz, EEG).

Darüber hinaus vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite für die Anschaffung einer Solarstromanlage.

 

Zusätzliche Informationen zum Thema finden Sie u.a. unter:

www.oekostrom-vergleich.com

www.bmu.de/foerderprogramme/aktuell

www.erneuerbare-energien.de/erneuerbare_energien/foerderung/kurzinfo

www.gruenerstromlabel.de

www.ok-power.de

www.klimafonds.gv.at/foerderungen/aktuelle-foerderungen/fuer-private/

 

Fotos: (c) BMU/Thomas Härtrich (Windrad), LichtBlick/A. Hasselmann (Regenwald), BMU/Bernd Müller (Photovaltaikanlage), Grüner Strom Label/PR, ok-Poxer-Label/PR


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