Energieautark in den eigenen vier Wänden

Nullenergiehäuser sind die Wohnform der nahen Zukunft und leisten jetzt schon einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Leben. Wie? Lesen Sie hier.

 

Ein futuristisch anmutendes Plusenergiehaus von Rolf Disch Solararchitektur in Offenburg

Die Idee

Ein Haus, das für sich selbst sorgt. Energieautark bedeutet dabei, dass in der Energiebilanz des Hauses keine weitere Energie benötigt wird, um Heizung, Lüftung, Warmwasser usw zu betreiben. Dabei werden Techniken des schon verbreiteten Passivhauses genutzt, wie etwa eine kontrollierte Lüftung, die mit einer Wärmepumpe verbunden ist und dafür sorgt, dass keine Wärmeenergie ungenutzt das Haus verlässt und damit verschwendet wird. Eine unterirdische Luftanführung ist ein weiterer Schritt, der zur Vorkonditionierung der Luft in einem konstanten Temperaturkorridor führt und somit weniger Heiz- oder Kühlaufwand benötigt. Damit „energiegeladene“ Luft nicht aus dem Haus entweichen kann, benötigen die Häuser eine entsprechend perfekte Luftabdichtung, gelüftet wird dann nicht mehr über offene Fenster, sondern ein „smartes“ elektronisches Steuersystem. Das ist dann für das gesamte Klima im Haus verantwortlich und regelt Verschattung, Belüftung sowie Heizung automatisch - oder auch nach den Vorlieben des Besitzers.

Nullenergiehäuser sind dabei noch sparsamer als der Passivhaustyp. Letzterer darf einen Verbrauch von 15kWh/m²a (Kilowattstunden je Quadratmeter je Jahr) nicht überschreiten (Zum Vergleich, der Standard im effizienten Hausbau liegt derzeit bei noch rund 70kWh!). Der Saldo des Nullenergiehauses dagegen, wie der Name vermuten lässt, muss in der Tat mit 0kWh ausgeglichen sein.

Besonderheit des Nullenergiehauses
Um diese Leistung zu erreichen, nämlich die Erzeugung bzw. Wiedergewinnung von so viel Energie, dass der gesamte Verbrauch ausgeglichen wird, kommen in Nullenergiehäusern noch Photovoltaikanlagen zum Einsatz, die Wärmepumpen antreiben oder die unterirdische Luftanführung und Hauselektronik mit Strom versorgen. In Zeiten eines geringen Verbrauchs kann der gewonnene Strom auch in das Netz eingespeist werden und damit zu Brauchstrom anderer Haushalte werden.
Neben elektronischer Rafinesse zeichnen sich solch sparsame Häuser aber auch durch bauliche Besonderheiten aus. Eine ca. 40 cm dicke Dämmung der Wände, weitere Dämmungen in sämtlichen Böden, insbesondere im Keller, sowie eine leistungsstarke Dachisolierung sorgen dafür, dass der Wärmedämmwert so hoch ist, dass Nullenergiehäuser sogar ohne aktivem Heizsystem auskommen: Keine Heizkörper, keine Fußbodenheizung sind notwendig, um angenehme Wohntemperaturen zu erzeugen und konstant zu halten.

Nullenergiehäuser als nahe Zukunft
Schon seit mehr als 20 Jahren im Gespräch und im Bau entwickeln sich Nullenergiehäuser auch politisch zur Wohnform des nächsten Jahrzehnts. Seitens der EU gilt das Ziel für das Jahr 2019, dass Nullenergiehäuser zum Standard erklärt und theoretisch keine anderen Häuser mehr zugelassen werden.
Vorbildliche Projekte im nachhaltigen Wohnbereich sind neben vielen tausenden Haushalten auch das erste Nullenergiehotel, das 2009 in Wien fertiggestellt wurde und sogar über eine eigene Windkraftanlage verfügt. Aber auch die in der Planung befindliche Nullenergiestadt in Miethaching bei München ist ein wegweisendes Projekt, das aufzeigt, welche Entwicklungen der Wohnungsmarkt in schon naher Zukunft nehmen wird.

Nachrüstung möglich
Altbauten sind dabei nicht von der Entwicklung ausgeschlossen! Das in modernen Häusern einfließende Knowhow lässt sich auch im Sanierungsprozess anwenden und führt mit vergleichsweise geringem Aufwand zu sehr effizienten Altbauten – auch hier bis hin zum Passiv- oder Nullenergiehaus!
Der Schlüssel liegt dabei in einer guten Planung und Zusammenfassung der Sanierungsschritte. Soll das Haus renoviert oder anderweitig erneuert werden, bietet es sich durch verhältnismäßig niedrige Dämmmaterialpreise und, auf der anderen Seite, zunehmende Heizkosten an, das Energiekonzept zu überdenken. Dazu zählen an erster Stelle die Dachdämmung, die wunde Stelle der meisten Gebäude. Darauf folgt der Ausbau der Außenwanddämmung, der auch einen wichtigen Schritt darstellt. Hier ist insbesondere zu überlegen, die Fenster gleich mit zu optimieren, damit unnötige Wärmebrücken vermieden werden. Als letzter Schritt steht der Ausbau der Kellerdämmung aus, wodurch sich weitere Verluste des Erdgeschosses, aber auch der Kelleraußenwände reduzieren lassen. Die ersten Schritte rein mechanischer Natur zur Verlustreduzierung sind damit getan und sorgen bereits, je nach Status des Gebäudes, für einen beträchtlichen Rückgang an Energieverlusten. Eine Lüftung mit Wärmetauscher und zuletzt noch eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung runden die Energiespareffekte ab. Die letzten zwei Schritte zum Niedrigenergiehaus sind kostenintensiver, lohnen sich durch ihren nachhaltigen Charakter aber mittel- und langfristig durch Rückgewinnung von Energie und verstärken den Effekt.

Bei Fortschreitender Entwicklung und günstigerer Energieerzeugung dürfte in einigen Jahren auch eine heutige kleine Utopie keine Seltenheit mehr sein: Das Plusenergiehaus, was in der Lage ist, mehr Energie zu erzeugen, als es zur eigenen Bewirtschaftung braucht.

Beratung zu Ihrem individuellen Bauprojekt erhalten Sie beispielsweise unter:
http://www.ig-passivhaus.de/
http://www.zukunft-haus.info/

Durch explizite Förderung von nachhaltigen Bauvorhaben durch bspw. die KfW-Bank bietet sich auch diese als Anlaufstelle an:
http://www.kfw.de
 


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