Und die Stadt wird grün

Mit Freunden seine eigenen Bio-Tomaten auf der Dachterrasse ernten schafft Ausgleich und Naturnähe und das mitten im Großstadtdschungel. Urban Gardening ist der neue Trend naturverbundener Städter.

Dass Gärtnern keine überholte Freizeitbeschäftigung früherer Zeiten ist, beweisen nicht nur die „Guerilla  Gardener“ aus Paris, die im Pulk und vor allem unangemeldet an den verschiedensten Orten anrücken und versiegelten Großstadtflächen unerwartet eine Portion natürlichen Charme verleihen.
Auch offiziell wird Begrünung längst nicht mehr nur als Pflichtveranstaltung wahrgenommen, so wirbt New Yorks Bürgermeister aktiv in Schulen für Gartenprogramme und bringt den Schülern eine grünere Umwelt und die aktive Beschäftigung mit der Natur näher.

  • Mur végétal, Quai Branly im Oktober 2010
  • Die Fassade der Galeries Lafayette in Berlin
  • "Green Symphony" und Passanten in der Konzerthalle Taipeh
  • Eine sehr große Pflanzenwand in Lissabon
  • Eine Pflanzenwand in Frankreich im September 2010

 

Teams in Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg stellen ihr ökologisches Feingefühl und die Liebe zur Natur unter Beweis, wenn sie sich auf den Weg machen und öde, ungenutzte Flächen vergrünen. Man organisiert sich, philosophiert, beratschlagt - und pflanzt. Auch eigens dafür entdeckte Brachflächen in Hinterhöfen oder auf Dächern werden genutzt und ermöglichen Bio-Food direkt von nebenan. Kontakt finden Sie über „Urban Farming Deutschland“ auf Facebook. Egal ob in Pflanzkübeln, Eimern, Badewannen, Tetrapaks oder ausgedienten Swimmingpools oder auf einer eigenes hergerichteten Ackerfläche – Urban Gardening etabliert sich seit Jahren und nimmt teils groteske, teils phantastische und zutiefst praktische Züge an. Die Gärtnerschaft ist bunt gemischt, es geht um Gemeinschaft, Kommunikation, Austausch und das gemeinsame Schaffen von etwas handfestem, was obendrein gesund ist. Es ist ein Trend zum Lokalen, der sich schon beinah in einem neuen Lifestyle manifestiert und in den kommenden Jahren wohl durch die Natursehnsucht vieler Stadtbewohner weiter an Fahrt gewinnen wird. Auch der ökologische Gedanke der lokal erzeugten Bioprodukte spielt eine große Rolle. Was vor Ort produziert wird, braucht nicht über hunderte oder gar tausende Kilometer transportiert zu werden und verbessert damit auch noch die CO2-Bilanz.


Anlaufstellen für Urban Gardening:
http://www.urbanacker.net
http://www.stiftung-interkultur.de/


Für ihren ganz persönlichen Gardening-Einstieg finden Sie im Folgenden drei Anregungen für Garten oder Wohnung sowie Buchtipps für weitere Informationen.

Pflanzgefäße: klein, anders und vor allem nützlich
Züchten Sie doch einmal eigene Kräuter! Spaghetti Aglio e Olio mit frischen Bio-Kräutern  aus eigener Ernte sind ein Hochgenuss! Davon abgesehen machen kleine schmucke Kräutergefäße auch optisch einiges her, wie leuchtend grünes Basilikum oder Oregano. Und dafür braucht es nicht viel! Auch Chilischoten lassen sich einfach in der Wohnung ziehen, genügend Sonnenlicht, richtige Erde und passenden Dünger vorausgesetzt.

Vertikal verwurzelt
Auch im Guerilla-Gardening ein beliebtes Stilmittel für ehemals unanschauliche Großstadtwände sind „vertikale Gärten“ aus Moosen oder vielfältigen schönen Kletterpflanzen. Bisher ein noch kaum von Gärtnern genutztes Stilinstrument, erfreuen sich zahlreiche Großstädte bereits vertikaler Gärten höchster Professionalität. Ein Beispiel hierfür ist der Pariser Vorreiter Patrick Blanc. Er installierte mit seinem Team schon dutzende „Murs Végétaux“ und verwandelte viele Hauswände in anmutende kleine Urwälder.
Anbieter solcher senkrechter Gartenlösungen sind Greenwall oder Sempergreen aus den Niederlanden. Wer seinen Garten gern selbst anlegen möchte, findet bei pflegefreundlichen Kletter- oder Hängepflanzen den richtigen Einstieg!
Tipp: eine von hinten beleuchtete Kletterpflanzenwand auf der Veranda sieht mehr als phantastisch aus! Weiterer Vorteil, neben wunderbar grünem Schimmer: Durch die Rückbeleuchtung umgehen Sie die direkte Invasion lichtsuchender Insekten!

Wilde Gärten sind im Kommen!
Gute Nachrichten für Sie, wenn Sie befürchten, dass das entspannte Gartenhobby nach und nach ihre gesamte Zeit beanspruchen könnte. Heute darf es auch gern ein wenig wild aussehen! In einigen amerikanischen Großstädten entwerfen Botaniker schon eigens möglichst wilde Parks, um den entgrünten Städtern wieder ein wenig Natur in Reinform zu vermitteln.
Eine Gartenschau gewinnt man zwar ohne guter „Choreogaphie“ mit seinem zufällig-wilden Garten nicht – dafür aber jede Menge Zeit im Grünen inklusive Entspannung. Auch in diversen Gartenblogs finden sich Gartentipps wie: "Einfach 'mal wachsen lassen", sich an der Blüte erfreuen und nur im wuchernden Fall zu Schere und Schaufel greifen.


Gartentipps
Samen für ihren eigenen Garten in Bioqualität können Sie bei folgenden Onlineshops bestellen:
http://www.dreschflegel-shop.de
http://www.bio-saatgut.de/

Gartenzubehör finden Sie in vielen Baumärkten, aber auch das Internet bietet einige Versandhäuser, so zum Beispiel http://www.garten-schlueter.de/

Buchtipps:
Gavin, Diarmuid (2008). „Designideen für den Garten: Gartengestaltung Schritt für Schritt“ Dorling Kindersley Verlag, 192 Seiten
Mueller, Christa (2011). „Urban Gardening: Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“ Oekom Verlag, 349 Seiten
Reynolds, Richard /Annas, Max (Übersetzer) (2010). „Guerilla Gardening: Ein botanisches Manifest“ 2. Aufl., Orange Press, 269 Seiten
Bild (c) Kurhan/shutterstock.com & Boutiquehotel Stadthalle Wien 8, Partrick Blanc


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